Gesamtverein

Turnhalle des Turnvereins 1881 Bierstadt e. V.
wird 50 Jahre alt

Ende April 1962 wurde die vom Turnverein in Eigeninitiative gebaute Turnhalle fertig gestellt und vom damaligen Bauausschuss an den Vorsitzenden zur bestimmungsgemäßen Nutzung übergeben.
7 lange Jahre lagen bis zu diesem Moment hinter den Männern des Bauausschusses um Alfred Heymach und Karl Maus. Alle Voraussetzungen für den Bau einer eigenen Halle waren unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Emil Hofmann geschaffen worden.

Die Baugeschichte wurde den Gästen zur Übergabefeier wie folgt beschrieben:

Zitat:
„Beitrag von Norbert Maus auf der Einladung zu den Einweihungsfeierlichkeiten der Turnhalle,
am 28. April 1962.

Über den Turnhallenbau

In der Jahreshauptversammlung vom 8. Januar 1955 wurde der Vorstand des Turnvereins ermächtigt, Grundstücke zum Bau einer Turnhalle anzukaufen. Der Verkauf von Bausteinen sowie die Durchführung einer Mitgliedersammlung halfen mit, die finanzielle Grundlage zum Erwerb der in den Leidenhecken gelegenen Grundstücke zu schaffen. Als rechtmäßiger Besitzer eigenen Grund und Bodens konnte der Vorstand nun daran denken, einen Bauausschuss unter Vorsitz von Alfred Heymach zu wählen, der für die Errichtung des gesamten Bauwerkes verantwortlich zeichnen sollte.

Die nunmehr von dem bestehenden Bauausschuss ausgearbeiteten Unterlagen, die die Planung und Finanzierung des gesamten Projektes (Turnhalle und Jugendheim) vorgesehen hatten, wurden von der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 8. August 1955 genehmigt.

Mit diesem Tag wurde der Startschuss zum Turnhallenbau selbst gegeben. Die Hallengröße wurde in einer Grundfläche 24x12 m, bei einer Höhe von 6 m festgelegt. Nach Preisen von 1955 kalkuliert würde das Projekt bei insgesamt 2.710 cbm umbauten Raumes rund 250.000, DM gekostet haben.
Dass die tatsächlichen Aufwendungen weitaus niedriger lagen und keinen Vergleich zulassen, ist einzig und allein ein Verdienst derjenigen Helfer, die jahrein, jahraus über 6 Jahre ohne jegliches Entgelt die Halle überwiegend in Eigenhilfe erstellt haben.

Ausführungsreife Pläne, baubehördliche Genehmigungen sowie Bereitstellung der ersten finanziellen Mittel verzögerten noch den Baubeginn, sodass erst am 18. Dezember 1955 der 1. Vorsitzende Emil Hofmann in Anwesenheit der Bierstadter Turnerschaft den ersten Spatenstich machen konnte.

Die zügig vorangeschrittenen Ausbaggerungsarbeiten des Neubaues wurden im Frühjahr 1956 durch starken Frost und überdurchschnittlich hohe Regenfälle größtenteils zunichte gemacht. Nicht nur, dass die Baugrube mehrere Male bis an den Rand mit Wasser vollgelaufen war, musste auch das zusammengerutschte Erdreich erneut ausgebaggert werden. Das entmutigte jedoch die arbeitsfreudigen Mitglieder nicht und so konnte der Verein mit gewissem Stolz am Jahresende 1956 auf das fertigersteIlte KeIlergeschoß des Anbaues zurückblicken.

Als wichtiger Entschluss im Spätjahr kann noch gewertet werden, dass das ursprünglich in Lattenbinderkonstruktion vorgesehene Hallendach nunmehr in Stahlbeton-Fertigteilen erstellt werden sollte.
Im Jahre 1957 konnte der Anbau in seinem Rohbau bis auf die Aufbringung des Daches fertig gestellt werden. Trotz Einbruch des Winters wurden die Fundamentierungsarbeiten für das Hallenskelett durchgezogen, so dass im darauf folgenden Frühjahr 1958 die vorgefertigten Stahlbetonstützen und Binder durch die Firma Dyckerhoff Zementwerke AG erstellt werden konnten.

Das eigentliche Gesicht der Halle konnte der Laie jedoch erst nach Ausführung der Umfassungswände in Hohlblocksteinen erkennen.
Durch eine öffentliche Haussammlung, die der Verein im Herbst des
Jahres 1958 durchführen konnte, war die Eindeckung der Halle mit Welleternitplatten sichergestellt. Im folgenden Jahr konnte der Betonboden im Kellergeschoss des Neubaues, der Unterboden der Halle, der Einbau einer Warmluftheizung und die Festbühne fertig gestellt werden. Besonderen Wert in architektonischer Hinsicht wurde auf die Ausbildung der Ostfassade gelegt. Man entschloss sich, die beiden nach außen aufgehenden Flügeltüren in eine Glasbausteinwand mit geschmackvollem Muster einzuarbeiten.

Obwohl die Halle gegen Ende des Jahres 1960 verputzt werden konnte, machte die weitere Beschaffung der finanziellen Mittel zur endgültigen Fertigstellung größere Schwierigkeiten. Der Verein sah sich deshalb gezwungen, eine zweite öffentliche Haussammlung im Herbst 1961 durchzuführen. Der Ertrag dieser Sammlung sowie eine größere Spende von Seiten eines Privatmannes gab dem Verein die Möglichkeit, den Auftrag für die Ausführung des Schwingbodens zu vergeben. Nachdem dann noch im Herbst des vergangenen Jahres der 10.000 Liter-Öltank auf dem Gelände eingegraben wurde, konnten nach Verlegung einer Drainage-Anlage die Planierungsarbeiten ausgeführt werden. Ebenso nahmen währenddessen die Schreiner-, Maler-, Tapeziererarbeiten schnelle Fortschritte, so dass im Februar 1962 die Eröffnung der Halle mit April des Jahres 1962 festgelegt werden konnte.

Nachdem der Termin bekannt war, stellten sich wieder mehr Helfer ein, so dass auch noch die Gehwege mit Platten belegt und im Innern manch Schönheitsreparatur ausgeführt werden konnte. Für die vorbereitenden Arbeiten zur Einweihung der Halle wurde ein Ausschuss gebildet, der ihr auch den Namen „Taunushalle", einmal zum Unterschied zu der bestehenden Städtischen Schulturnhalle, zum anderen als zugehöriger Verein des Mittel-Taunus-Gaues, gab.

Am 28. April 1962 wird die Turnhalle vom 1. Vorsitzenden des Bauausschusses an den 1. Vorsitzenden des Vereins übergeben werden. Es werden anlässlich der Einweihung viele Worte des Dankes fallen; den größten Dank werden die Männer, die jahrelang unentgeltlich ihre Arbeitskraft dem Verein zur Verfügung gestellt haben, jedoch darin finden, wenn sich unsere Jugend uneingeschränkt auf eigenem Grund und Boden und in eigener Halle ihrer körperlichen und geistigen Ertüchtigung hingeben kann.“

Inzwischen ist die Halle 50 Jahre alt geworden und wird fast pausenlos von den Turnerinnen und Turnern des TVB zur sportlichen Betätigung und der Bierstadter Bevölkerung zu den Veranstaltungen genutzt.
Um die Halle in ihrer Substanz und Funktionalität auf aktuellem Stand zu halten wurden und werden vom derzeitigen Vorstand laufend entsprechende Maßnahmen durchgeführt.

In einer kleinen Feierstunde werden die derzeitigen Mitglieder des Vorstandes, die sich heute verantwortlich um die Erhaltung der Halle kümmern und die ehemaligen, noch lebenden Mitglieder des Bauausschusses, die die Halle mit ihrer Tatkraft und Einsatzfreude unentgeltlich für den Verein gebaut haben, die Leistungen von Emil Hofmann und Alfred Heymach würdigen.
 
Wir fordern alle Helfer von damals auf, sich bei dem aktuellen Vorstand zu melden, damit wir auch diesen – die eventuell vergessen wurden – auch unseren Dank aussprechen können.
 
TV Bierstadt Vorstand
 
Bernd Schneider 
- 1. Vorsitzender -

Stand 05/14

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